Hämorrhoiden~1

Hämorrhoiden sind ein Organ, keine Krankheit! Stark vergrösserte Hämorrhoiden können Probleme machen (Schmerzen, Blutung, Schmieren). Zur Behandlung ist in gewissen Fällen eine Operation ist nötig. Ob dies der Fall ist oder ob andere Möglichkeiten bestehen, kann mittels Gespräch und Untersuchung in der Sprechstunde entschieden werden.

Mit der HAL-Methode (Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur) werden die Hämorrhoiden ultraschallgesteuert behandelt, bei der Lasermethode durch Itze zum Schrumpfen gebracht. 

Das Prinzip der HAL-Methode ist Folgendes: mit einer dünnen Ultraschallsonde, die in die letzten Zentimeter des Darms eingeführt wird, werden diejenigen Arterien aufgesucht, die für die Entstehung der vergrösserten Hämorrhoidalknoten verantwortlich sind. Diese Arterien werden dann unter fortlaufender Ultraschallkontrolle unterbunden. In Verlauf von 6-8 Wochen schrumpfen dann die Hämorrhoiden auf die normale Grösse.

Bei der Laser-Technik wird eine dünne Lasersonde (ca 1mm) in den Hämorrhoidalknoten eingeführt und dann gepulste Laser-Energie appliziert, was zu einer erhitzung in d in den folgenden tagen zu einer Schrumpfung führt.

Die Methoden unterscheiden sich von herkömmlichen Operationen in mehreren Punkten:

1. Keine Wunde
Es wird nichts mehr weggeschnitten. Es entsteht also im Gegensatz zur klassischen Methode keine offene Wunde mehr. Die Schmerzen und das mehrere Wochen dauernde Nässen entfallen dadurch. 

2. Gezieltes Unterbinden bzw. Veröden
Durch die Ultraschallkontrolle wird sichergestellt, dass die verantwortlichen Arterien wirklich unterbunden werden. Man hat dabei festgestellt, dass es um bis zu 10 Arterien geht. Demgegenüber wird bei blinden Methoden lediglich an den 3 Stellen, wo gemäss Anatomiebuch die Hauptarterien verlaufen, etwas gemacht.

3. Geringes Risiko
Im Gegensatz zur ebenfalls modernen und sehr wirksamen "Longo"-Methode ("Klammernaht"-Methode) sind die Komplikationsmöglichkeiten sehr viel geringer, der Eingriff dadurch sicherer.

Vorteile
Die Operation ist so schonend, dass sie mit einem sehr kurzen Spitalaufenthalt (1-2 Nächte) erfolgen kann. Es genügt eine Spinalanästhesie ("Stich in den Rücken"), in günstigen Fällen u.U. sogar eine örtliche Betäubung.
Die Nachbehandlung beschränkt sich auf die Einnahme von Tabletten zur Regelung der Durchblutung während 4 Wochen und eine Nachkontrolle nach 6-8 Wochen.

Nachteile
Gelegentlich zeigt sich bei der Nachkontrolle, dass ein Knoten ungenügend geschrumpft ist. Falls die Beschwerden trotzdem verschwunden sind, ist nichts weiteres zu tun. Bestehen aber Restbeschwerden, so muss je nach Befund entweder der Eingriff wiederholt werden oder, falls vom Hämorrhoidalknoten ein leerer Hautzipfel übrig geblieben ist, dieser in örtlicher Betäubung entfernt werden (was in der Praxis erfolgen kann).

Vorgehensweise
Sie vereinbaren einen Termin in der Sprechstunde, wo wir die Probleme in Ruhe besprechen und die notwendigen Untersuchungen entweder gleich durchführen oder dazu einen weiteren Termin vereinbaren. Danach kann entschieden werden, ob eine Operation sinnvoll ist und welche Methode in Frage kommt, und es kann ein Termin für die Operation festgelegt werden.
6-8 Wochen nach dem Eingriff sehen wir uns in der Sprechstunde wieder, überprüfen das Resultat aus Ihrer und aus meiner Sicht und entscheiden nötigenfalls über einen Zweiteingriff (was nur ausnahmsweise nötig ist).